Tradition seit 180 Jahren

Die Lederhose und der Rokoko:

Ihre heutige Stellung und Form verdankt die Lederhose einem historischen Prozess, der im ausgehenden Rokoko seinen Anfang nahm. Damals war es in der höfischen Gesellschaft Mode, Bauernhochzeiten und Schäferspiele zu veranstalten, bei denen man sich durch entsprechende Kostümierung in das Landvolk verwandelte. Die Bauer und Landarbeiter trugen einfache mit Blauholz schwarz gefärbte Hose aus Bock und Schafshäuten. Der Adel hingegen verwendete für seine Kostümierung edle Wildlederhäute vom Hirsch Rehbock oder Gams, da die Jagd auf diese Tiere nur ihm vorbehalten war.

Die Krachlederne:

Mit den Napoleonischen Kriegen und mit der Errichtung eines Neuen Kaisertums in Österreich wurde die Tracht ein fixer Bestandteil vaterländischer Feste. Angeregt durch das Vorbild des österreichischen u. bayerischen Adels bevorzugte man in den gehobenen Kreisen die Gebirgstracht bzw. die Kleidung der Jäger. Auf diese Weise fand die kurze Lederhose, auch Krachlederne genannt, weite Anerkennung und Verbreitung. Allmählich lief die kurze Lederhose Gefahr, von den langen Hosen der städtischen Kleidung, Uniformen und dem Trachtenanzug verdrängt zu werden. Selbst die Gebirgler begann die kurze Lederhose sträflich zu vernachlässigen.

Die Lederhose und ihr Held:

Als der Lehrer Joseph Vogl aus Bayrischzell mit seinen fünf Stammtischbrüdern wieder einmal über das Verschwinden der Lederhose lamentierte, forderte er seine Kumpanen auf, sich mit ihm zünftige Lederhosen beim Säckler (oder auch Beutler genannt) anfertigen zu lassen. Das war am 25. August 1883, ein Datum das in die bayrische Geschichte einging.

Die Lederhose und die Kirche:

Die 6 jungen Bayrischzeller ernteten mit ihren neuen Lederhosen beim nächsten Kirchgang aber nur Spott und Missfallen. Die kurze Lederhose, früher nur als Arbeits- und Freizeitbekleidung verwendet, wurde im Vergleich zu den strengen Trachtenanzügen als Verstoß gegen die guten Sitten empfunden. Die Kirche bezog sofort Stellung gegen die so genannten Kniehösler und verbot ihnen die Teilnahme an Prozessionen. Im Jahr 1913 wurden die Kurzhosenvereine vorn erzbischöflichem Ordinariat in München sogar als sittenwidrig erklärt.

Die Lederhose und König Ludwig II:

Daraufhin gründeten Joseph Vogl und seine Bayrischzeller einen Verein zur Erhaltung der Volkstracht und holten sich allerhöchste Rückendeckung bei König Ludwig II. Ludwig war, wie sein Vater, größter Trachtenpfleger und von deren Idee voll und ganz begeistert. Aufgrund der neu entstehenden Heimatverbundenheit und dem neuen Interesse an Brauchtum und Tradition schossen im ganzen Land Trachtenerhaltungsvereine aus dem Boden.

Die Traditionskleidung "Lederhose" erlebte einen ganz neuen Aufschwung. Seit damals gehört die Lederhose wieder zu jedem Anlass dazu, ob Fronleichnamsprozession Leonhardifahrt, Fingerhakeln oder Plattlersfest.

Die Lederhose und die Mode:

Ihre Hochzeit erlebte die Lederhose kurz nach dem ersten Weltkrieg, als zahllose Sommerfrischler und alpine Touristen die neue Mode begeistert aufnahmen und ihren Neuerwerb nicht nur am Ferienort sondern auch in der Stadt anzogen. Künstler, Heimatpfleger und Schriftsteller wie Ludwig Ganghofer und Ludwig Thoma unterstützten diese Verbreitung der Lederhose weit über die Landesgrenzen hinaus. In dieser Zeit entstand auch die typische Sepplhose, das Symbol für Wanderlust und Freizeit. Die Lederhose avanciert schnell zur Tracht verschiedener Jugendbewegungen.

Das Aufkommen der Blue Jeans verdrängte die Lederhose allmählich in allen übrigen Lebensbereichen Zum Trost für alle Lederhosenfans sei noch erwähnt, dass der Erfinder der Blue Jeans Levi Strauss ein Bayer war, der nach San Francisco auswanderte.

In der heutigen Zeit erfreut sich die Lederhose in ihrer traditionellen Art zum Glück wieder höchster Beliebtheit und wird auch von der jungen Generation mit Freude getragen.

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